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von Aurelia Becker
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Ein Hinterhof in Thüringen

Mein Mann fragt, ob wir auf der Heimreise einen Abstecher nach Weimar machen können. Nicht wegen Schiller. Er sammelt Oldtimer. Will ein Auto mit dem Geburtsjahr seiner Mutter kaufen.

Vor einem grossen, bis aufs äusserste geschmacklosen Haus steht ein Mann in Fred Perry Polo. Er führt uns durch seinen terrassierten Garten in einen Hinterhof. Stallungen aus der Vorkriegszeit, DDR-verlottert. Der Mann hat sie aufwändig restauriert und jetzt mit seiner Oldtimer-Sammlung gefüllt. Er öffnet das Tor und mir bleibt die Spucke weg: Ein Mercedes 230 von 1938 mit einer Originalstandarte. Naziwimpel. Hakenkreuz. Weitere Devotionalien aus DDR und Krieg. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Es scheint hier normal zu sein.

Wir haben Hunger, verabschieden uns und landen an einem Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr. Fettes Schweinefleisch und Kuchen aus dem Kühlschrank. Wir dürfen nicht aussuchen, welchen wir wollen. Alle kriegen für 2.50 ein Potpourri aus kleinen Kuchenelementen. Die Leute sitzen auf den Festbänken mit starrer Mine. Keine Freude. Keine Musik. Wir wollen weg. Wir wollen nach Hause.

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